Vernünftig und fest auf dem Fahrrad sitzen

05.12.2021

Sitzkomfort sollte entscheidend sein, wenn es um ein Wohlsein geht. Jede Fahrradtour ist immer mit dem richtigen Sattel-Sitz verbunden.

Achte beim Einstellen des Fahradsattels darauf, dass dein Knie an der tiefsten Pedalstellung durchgestreckt ist.
Achte beim Einstellen des Fahradsattels darauf, dass dein Knie an der tiefsten Pedalstellung durchgestreckt ist.


Die Sitzknochen entscheiden, welcher Sattel richtig ist. Um sich beim Fahren wohl fühlen zu können, muss der Fahrradrahmen zum Körperbau des Nutzers passen. Eine falsche Rahmengeometrie kann genauso wie ein falscher Sattel zu Rückenproblemen führen. Die Rahmenhöhe (Mitte Tretlager- Ober-kante Sattelrohr) ist nur für die Einstellung der Sitzhöhe wichtig. Viel wichtiger ist die daraus resultierende Rahmenlänge (Abstand Sattel-Griffposition). Ein zu kurzer Rahmenzwingt zu einem runden Rücken, gestreckten Armen und dazu, den Kopf in den Nacken zulegen. Die richtige Rahmenlänge ermöglicht bei geneigter Sitzposition die Streckung des Rückens in seiner natürlichen S-Form. Nur so kann die Rückenmuskulatur den Oberkörperhalten und den Druck auf die Hände und Arme verringern. Das Einstellen der korrekten Sitzhöhe ist die Voraussetzung für ermüdungsfreies Fahren. Eine zu niedrige Satteleinstellung ist kraftraubend und führt unweigerlich zu Knieproblemen. Die Sattelhöhe ist annähernd korrekt, wenn man bei gestrecktem Bein mit der Ferse die untenstehenden Pedale erreicht. Diese Einstellung sollte, individuell nur nach oben korrigiert werden. Je nach Tretlagerhöhe und Rahmengeometrie wird man bei korrekter Sattelhöhe, wenn überhaupt, nur mit den Fußspitzen den Boden erreichen.


Die Wirbelsäule kann die Haltearbeit beim Fahrradfahren nur dann leisten, wenn sie ihre natürliche S-Formbehalten darf. Der Renn-radfahrer, der seinen Körper entsprechend trainiert, ist der Einzige, der sich einen Buckelerlauben darf. Bei der geneigten Sitzposition reichen 15 bis20 Grad Oberkörperneigung, um die Spannkraft im Rücken zu erhalten und den Schwerpunkt des Fahrers über die Pedalposition zu bringen. Je stärker der Rücken geneigt wird, desto mehr Kraft kann auf die Pedale gebracht werden und desto stärker muss die Rückenmuskulatur aus-gebildet sein. Die Neigung des Oberkörpers mitaktiver Rückenmuskulatur schützt auch die Bandscheiben vor Überlastung, und die Fahrbahnstöße können durch das Ein federn mit den Beinen abgefangen werden.

Auch der Sitz muss sitzen Die Form des Sattels richtet sich nach der individuellen Sitzposition: Bei sportlicher, geneigter Sitzhaltung sollte der Sattel schmaler und länger als bei aufrechter Haltung sein. Gel-Polster-Sättel dürfen nicht zu weich sein. Eine feste Gel-Decke passt sich den Sitzbein-knochen an und erzeugt so eine größere Auflagefläche, was den Druck vermindert. Ein gut passender Ledersattel erfüllt den gleichen Zweck. Ledersättel müssen allerdings vor Nässe geschützt werden. Bei geneigter Sitzposition kann auf eine Sattel-federung verzichtet werden. Der Fahrradsattelsollte normalerweise waagerecht montiert sein, wobei leichte Veränderungen im Winkel individuell sehr sinnvoll sein können.

Die richtige Wahl von Lenker und Sattelerleichtert eine korrekte Sitzhaltung - und ein bequemes Radfahren ohne Ermüdungs-erscheinungen.

Quelle: https://bw.adfc.de/